In Solidarität mit den Betroffenen der Anschläge von Halle – Antisemitismus entgegentreten!

Die NWZonline berichtet bereits über die Kundgebung heute Abend. Mit zahlreichen Lichtern und Blumen sowie Transparenten gedachten etwa 200 Menschen der Opfer des Anschlags in Halle. Die OrganisatorInnen bedanken sich für die Teilnahme und dieses Zeichen der Solidarität.
Leider wurde die Kundgebung von einem Vorfall überschattet, über den auch die NWZ berichtete: Ein Mann fuhr mit dem Fahrrad auf die Kundgebung zu und beschimpfte TeilnehmerInnen, die ein Transparent und eine Israelfahne hielten, um sich anschließend mit seinem Rad gewaltsam einen Weg zu bahnen. Wie die NWZ berichtet und uns ebenfalls zu Ohren gekommen ist, wurde der Angreifer bereits bei „Olgida“ Demonstrationen gesehen. Er hatte die Kundgebung davor bereits beobachtet und fuhr gezielt auf sie zu.
Wir werten den Vorfall aus diesem Grund als einen antisemitischen Angriff auf die Kundgebung und sind entsetzt über eine solche handgreifliche Störung der Gedenkveranstaltung. Darin zeigt sich eindrücklich, welchem Hass Jüdinnen und Juden und die Symbole des jüdischen Staates, sowie Menschen, die gegen Antisemitismus eintreten, ausgesetzt sind, sobald sie sich in die Öffentlichkeit begeben. Nicht einmal eine Stunde, nachdem die letzten Menschen die Kundgebung verlassen hatten, war ein Teil der aufgestellten Kerzen und Blumen gezielt in den Brunnen getreten worden.
Es macht uns wütend und traurig, dass nicht einmal nach einem solchen Anschlag ein würdevolles Gedenken möglich ist und demonstriert, wie allgegenwärtig Antisemitismus in Oldenburg ist.

NWZ-Artikel: https://www.nwzonline.de/politik/halle-delmenhorst-oldenburg-nach-terror-in-halle-entsetzen-im-nordwesten-gross_a_50,6,285267886.html

Wir dokumentieren im folgenden den Text des Flyers, der bei der Gedenkveranstaltung verteilt wurde:

Wir haben heute als Bündnis gegen Antisemitismus zusammen mit anderen Menschen dieses Gedenken anlässlich des antisemitischen Anschlags in Halle organisiert. Wir solidarisierten uns mit den Betroffenen des Anschlags auf die jüdische Synagoge durch den rechtsextremen Stephan Balliet, der zwei Menschen das Leben kostete und bei dem mehrere Menschen verletzt wurden. Dieser antisemitische Terror hat unsere Herzen tief erschüttert. Wir sind hier, um unsere Trauer über die beiden Opfer, unsere Anteilnahme mit den Angehörigen und der jüdischen Community sowie den Verletzten auf die Straße zu tragen – ebenso wie unsere Wut und Erschütterung über diese Tat.
Am gestrigen Mittwoch versuchte der bewaffnete Attentäter, in die Synagoge einzudringen, in der sich 70-80 Mitglieder der jüdischen Gemeinde zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versammelt hatten. Er versuchte, die Tür zur Synagoge mit Schüssen und Sprengstoff zu öffnen, was ihm glücklicherweise nicht gelang. Ein Massaker konnte lediglich durch das Standhalten der Sicherheitstür verhindert werden. 10 Minuten dauerte es, bis die Polizei eintraf. In dieser Zeit warf der Täter Brandsätze auf den jüdischen Friedhof und eröffnete das Feuer auf Passant_innen. Eine Frau wurde dort von ihm getötet. Nach dem gescheiterten Versuch, in die Synagoge einzudringen, warf er einen Sprengsatz in einen Dönerladen und nachdem dieser auf der Straße explodierte, erschoss er dort eine weitere Person. Der Täter flüchtete im Anschluss vor der eintreffenden Polizei und schoss zwei Personen an, die schwer verletzt wurden. Eine weitere Person, die sich im nahe gelegenem Landsberg dem Täter in den Weg stellte und ihm durch diesen mutigen Einsatz ein Fluchtfahrzeug verwehrte, wurde ebenfalls schwer verletzt. Die Polizei konnte den flüchtigen Täter glücklicherweise kurz darauf festnehmen.
Obwohl der Täter nicht Mitglied neonazistischer Strukturen war, ist er kein Einzeltäter. Er ist eingebunden in eine weltweites Onlinenetzwerk von Antisemiten, die im Internet den ideologischen Nährboden für solche Taten liefern und sich untereinander vernetzen und in ihrem Hass bestärken. So stellte Stephan Balliet ein Video von der Tat online, in dem er seine Weltsicht darlegt, die sich ganz auf der Linie eines aktuellen rechtsextremen Antisemitismus bewegt: Er redet von einem Rückgang der Geburten durch den Feminismus, der zu Massenimmigration führe und hinter all dem stecke „der Jude“. Sowohl die Formulierungen, der Inhalt und die Umsetzung der Tat erinnern an den Attentäter von Christchurch, der in einem Anschlag auf zwei Moscheen 51 Menschen tötete und dessen Vorbild Anders Breivik war.
Gemeinsam haben diese Mörder eine in rechten Kreisen aktuell sehr beliebte Ausdrucksform des alten antisemitischen Wahndenkens, wonach die Jüdinnen und Juden hinter einer Weltverschwörung stecken würden: Dabei werden die Jüdinnen und Juden sowohl für Marxismus und Kapitalismus verantwortlich gemacht. Heute wird ihnen darauf basierend vorgeworfen, hinter der Migration oder dem Feminismus zu stecken, und sie als Mittel zur „Zersetzung des Volks“ zu benutzen. In diesem Hass auf Jüdinnen und Juden sowie auf emanzipierte Frauen überschneidet sich der Rechtsterrorismus mit dem Islamismus. Sie sind beide Ausdrucksformen desselben Wahns und stellen heute weltweit die größte Gefahr für das Leben von Jüdinnen und Juden dar. Gegen diese antisemitische Gewalt helfen keine wohlfeilen Aufrufe zur Toleranz, sondern die dahinterstehende Ideologie muss benannt und bekämpft werden. Antisemitismus ist nicht nur ein Vorurteil, sondern eine wahnhafte Weltanschauung, die unsere Gesellschaft beständig aus sich heraus produziert und in der die Jüdinnen und Juden für deren unverstandene Übel verantwortlich gemacht werden. Sie stellen darin das Böse schlechthin dar und müssen ausgelöscht werden.
Ein Anschlag gegen Juden und Jüdinnen – egal wo er in Deutschland passiert – ist immer auch ein Anschlag auf die Werte einer offenen Gesellschaft. Und die Angriffe, Beschimpfungen, Drohungen gegen Menschen jüdischen Glaubens, Israelis oder Kämpfer_innen gegen Antisemitismus nehmen in den letzten Jahren zu. 2018 wurden bundesweit 124 mehr strafrechtlich relevante antisemitische Taten von der Polizei registriert als 2017 – und dies ohne Dunkelziffern. Im Mai hat der Antisemitismusbeauftrage der Bundesregierung Felix Klein Juden in Deutschland geraten, nicht überall ihre Kippa zu tragen. Laut der Initiative RIAS, die jeglichen Antisemitismus, ob strafrechtlich relevant oder nicht, dokumentiert, haben sich 2018 allein in Berlin 1083 antisemitische Vorfälle zugetragen. Besonders besorgniserregend sei dabei das angestiegene Gefährdungspotential durch Bedrohungen und Gewalt.
Auch in den letzten Woche gab es mehrere angsteinflößende Übergriffe: Ein 23-jähriger ging mit einem Messer auf das Sicherheitspersonal der Neuen Berliner Synagoge los und soll dabei „Allahu Akbar“ und „Fuck Israel“ gerufen haben. Im bayrischen Massing wurde eine junge jüdische Mutter, die mit ihren zwei Kindern unterwegs war, von einem Mann mit Steinen beworfen. Die Empörung ist nicht in Worte zu fassen und der Handlungsdruck sollte immens sein.
Um solche antisemitischen Gewalttaten nachhaltig zu verhindern, müssen wir uns für eine gerechte und solidarische Gesellschaft einsetzen, in welcher dem Antisemitismus die Grundlage entzogen ist. Bis diese Wirklichkeit ist, muss der Hass gegen Jüdinnen und Juden mit allen Mitteln eingedämmt werden. Das bedeutet, konsequenter Polizeischutz aller jüdischen Einrichtungen, denn ohne diesen kann jüdisches Leben in Deutschland und Europa heute nicht existieren. Uns stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass eine jüdische Gemeinde am wichtigsten Feiertag Jom Kippur ohne Polizeischutz ist. Es darf nicht sein, dass sich ein bewaffneter Mörder unbehelligt von der Polizei 10 Minuten lang vor einer Synagoge aufhalten kann!
Doch auch von uns allen ist eine entschiedene und radikale Bekämpfung des Antisemitismus in all seinen Erscheinungs- und Äußerungsformen notwendig. Dem antisemitischen Denken muss jedes bisschen an gesellschaftlicher Legitimation entzogen werden, denn diese bereitet den Nährboden für Gewalt: Nicht nur Neonazis, AfD oder IslamistInnen, sondern auch der Israelhass der BDS Kampagne trägt zu einem solchen antisemitischen Klima bei. Es findet sich am Stammtisch, in der deutschen Presse, der Öffentlichkeit und nicht zuletzt verhindert auch die deutsche Politik eine entschiedene Bekämpfung des Antisemitismus, indem sie immer wieder mit jenen kooperiert, die Israel den Tod wünschen.
Wir begrüßen es, dass angesichts dieses furchtbaren Angriffs auf das jüdische Leben viele Politiker_innen ihre Betroffenheit und Solidarität ausgedrückt haben. Damit diese Bekundungen nicht verlogen wirken, erwarten wir aber, dass daraus ein entschiedenes Engagement gegen Antisemitismus erfolgt: Sowohl außenpolitisch gegenüber den mörderischen Feinden Israels, als auch innenpolitisch, indem man Organisationen, die sich gegen Antisemitismus engagieren unterstützt und finanziell fördert und antisemitische Straftaten konsequent verfolgt. Die Bekämpfung von Antisemitismus darf sich nicht auf Reden und Betroffenheit beschränken, sondern muss ein aktives Handeln auf allen Ebenen nach sich ziehen!

Unser Mitgefühl und Beileid gilt den Angehörigen der Opfer und wir drücken unsere Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde in Halle aus.

Gegen jeden Antisemitismus!

Gedenken an die Opfer des antisemitischen Anschlags in Halle

Auf Grund des antisemitischen Terroranschlags in Halle organisieren verschiedene Einzelpersonen eine Kundgebung zum Gedenken an die Opfer und gegen jeden Antisemitismus heute Abend um 19.30 Uhr am Lefferseck. Am Mittwoch starben in Halle zwei Menschen bei einem antisemitischen Terroranschlag. Der Täter, der seinen rechtsextremen, antisemitischen Hass in einem Video im Internet kundtat, versuchte, in die Synagoge einzudringen. Die 80-100 Mitglieder der jüdischen Gemeinde, die sich in der Synagoge zur Feier von Jom Kippur versammelt hatten, konnten lediglich durch das Standhalten der Sicherheitstür einem Massaker entgehen. Der Täter eröffnete danach das Feuer auf Passant_innen. Eine Person fiel diesem am jüdischen Friedhof zum Opfer, eine weitere in einem nahe gelegenem Dönerladen.
Es ist unerträglich, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland noch immer einem solchen mörderischen Hass ausgesetzt sind. Der Anschlag verfolgte eine eindeutige antisemitische Zielsetzung. Ein würdevolles Gedenken an die Opfer bedeutet, radikal gegen jeden Antisemitismus einzutreten, egal ob neonazistisch oder islamistisch motiviert. Dies ist das Anliegen der Kundgebung und wir hoffen auf eine zahlreiche Beteiligung.

Unser Mitgefühl und Beileid gilt den Angehörigen der Opfer und wir drücken unsere Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde in Halle aus.

Gegen jeden Antisemitismus!
Für Jüdinnen und Juden muss ein Leben in Sicherheit gewährleistet werden – hier und überall auf der Welt!

Kundgebung gegen Lisa Fitz

Am gestrigen Freitagabend versammelten sich ca. 40 Menschen zur Kundgebung gegen den Auftritt von Lisa Fitz vor der Kulturetage. Mit Transparenten und Schildern wurde auf Lisa Fitz‘ verschwörungsideologische Haltung und ihre antisemitischen Äußerungen aufmerksam gemacht. An die Gäste der Veranstaltung wurden Flyer verteilt und es konnten einige aufklärende Gespräche geführt werden.
Besonders aufschlussreich war, dass ein Besucher der Veranstaltung in einer Diskussion mit einem Teilnehmer der Kundgebung seine antisemitische Weltsicht ganz unumwunden kundtat: Er sei der Ansicht, die Juden hätten schon gut von den Nazis gelernt und würden heute das selbe machen wie die Nazis damals.
Lisa Fitz erreicht mit ihren Aussagen also wenig überraschend ein Klientel, das ganz offen seine antisemitischen Ressentiments kommuniziert und dabei nicht einmal den üblichen Umweg nimmt, aus „dem Juden“ einen „Zionisten“ zu machen. Solche Leute wissen ganz genau, dass es am Ende „der Jude“ sein muss, auf den Lisa Fitz‘ personalisierte Schuldzuweisungen zielen. Es ist ein Armutszeugnis für die Kulturetage, dass sie solche Personen zu ihren Gästen rechnet.

Wir bedanken uns bei allen Anwesenden, die diesen Auftritt nicht unwidersprochen stattfinden ließen und ein deutliches Signal an die Kulturetage sendeten und wir hoffen, dass diese sich in Zukunft besser überlegt, wem sie eine Bühne bieten will.

Gegen die antisemitische Lüge des „Pinkwashing“ – Solidarität mit Israel und den verfolgten LGBTI in muslimischen Ländern und Communities!

Wir waren gestern auf dem Oldenburger CSD und haben viele Israelfähnchen und Flyer an zahlreiche interessierte Personen verteilt. Im folgenden der Text unseres Flyers in der Langversion:

Gegen die antisemitische Lüge des „Pinkwashing“ – 
Solidarität mit Israel und den verfolgten LGBTI in muslimischen Ländern und Communities!

In den letzten Jahren machte in einem Teil der queeren Szene der Begriff „Pinkwashing“ Karriere: Er unterstellt, die verhältnismäßig LGBTI-freundliche Politik Israels und die öffentliche Darstellung eines liberalen, homofreundlichen Selbstverständnisses seien ein Ablenkungsmanöver, um Israels angebliche Verbrechen gegen Palästinenser*innen zu verschleiern.
Dass Israel in Bezug auf die Gleichstellung und den Schutz von LGBTI vor Diskriminierung seinen Nachbarn in der Region weit voraus ist, wird nicht etwa als positive Entwicklung gesehen. Im Gegenteil: dem jüdischen Staat werden in verschwörungstheoretischer Manier geheime, hinterlistige Absichten unterstellt.
Der Antisemitismus ist daher kein bloßes Vorurteil gegen jüdische Menschen, sondern eine wahnhafte Welterklärung, welche die Jüdinnen und Juden für alle unverstandenen Übel der modernen Gesellschaft verantwortlich macht. Heute werden diese antisemitischen Motive aktualisiert, in dem sie auf Israel als den „Juden unter den Staaten“ übertragen werden. Dabei ist es egal, wie Israel sich real verhält, denn den Hass der Antisemit*innen zieht es ohnehin auf sich: Würden Homosexuelle staatlich diskriminiert, würde dies verurteilt werden, da dies aber nicht der Fall ist, muss Israel eben aus seiner LGBTI-freundlichen Politik ein Vorwurf konstruiert werden. Wir finden, dass solche antisemitischen Ressentiments in der queeren Szene keinen Platz haben dürfen und rufen deshalb auf zur Solidarität mit Israel!

Islamischer Hass auf LGBTI
Während Israel seine LGBTI-freundliche Politik zum Vorwurf gemacht wird, werden in Gaza unter der Herr-schaft der Hamas Homosexuelle auf offener Straße gelyncht. Von IslamistInnen wird ein Hass auf LGBTI propagiert, der wie der Antisemitismus ein fester Bestandteil in deren Ideologie ist.
Doch auch im konservativen Islamverständnis, dem weltweit viele Muslime anhängen, gilt Homosexualität als Sünde. Die islamische Gesetzgebung reguliert das Privatleben bis ins kleinste Detail und erstickt jeden Versuch einer selbstbestimmten, individuellen Lebensgestaltung abseits rigider Sittengesetze und Zwangsgemeinschaft im Keim. Dies betrifft vor allem auch den Bereich des Sexuellen, weshalb neben Frauen besonders auch LGBTI davon betroffen sind.
Im Iran werden Homosexuelle unter grausamen Bedingungen inhaftiert und schwulen Männern droht die Todesstrafe: Unter anderem erhängt man sie an (von deutschen Unternehmen produzierten) Baukränen. Ebenso ist die Todesstrafe Gesetz in Saudi-Arabien, Jemen, Afghanistan, Mauretanien, Sudan und dem islamischen Teil Nigerias. In anderen islamischen Staaten wie Ägypten, Malaysia, Libyen oder Marokko, Indonesien werden Haftstrafen verhängt. Auch ohne staatliches Zutun kommt es darüber hinaus in der Region vielfach zu Verfolgung und Ermordung von LGBTI. Lesbische Frauen leiden unter einer doppelten Diskriminierung, da sie oftmals von ihren Familien in eine Ehe mit einem Mann gezwungen werden.
Für LBGTI ist deshalb ein freies und sicheres Leben in solchen Ländern unmöglich, sie müssen mit der ständigen Angst vor Entdeckung leben. Diese enorme psychische Belastung führt vielfach bis zum Selbstmord. Den einzigen Ausweg stellt somit oft die Flucht dar, an deren Ende ein unsicherer Aufenthaltsstatus steht.

Und auch dort, wo die Verfolgung Homosexueller nicht staatlicherseits garantiert wird und diese ein verhältnismäßig freies und öffentlich sichtbares Leben führen können, reagieren IslamistInnen mit Gewalt und Terror. 2016 massakrierte Omar Mateen 49 Menschen in einem schwulen Nachtclub in Orlando; er war geprägt von islamistischer Ideologie und dem damit verbundenen Hass auf Homosexuelle.
In den muslimischen Communities in Deutschland ist das Thema Homosexualität tabuisiert, auf Outings wird oftmals mit Abwendung der Familie, Absprechen des Muslim-seins und Gewalt reagiert. Auch die großen muslimischen Verbände in Deutschland halten sich bei dem Thema bedeckt, auf Äußerungen, die sich für eine Vereinbarkeit von Homosexualität und Islam aussprechen, wartet man vergeblich. In Berlin-Neukölln wurde der damals 15-jährige Nasser El-Ahmad nach Bekanntwerden seiner Homosexualität von seinem Onkel mit Benzin überschüttet, der drohte, ihn anzuzünden, kurz darauf wurde er von der konservativen muslimischen Familie entführt – nur durch Glück erging er der Ermordung. Dies sind keine Einzeltaten – sie sind verwurzelt in einer Ideologie, in der das Leben der einzelnen Menschen – und sei es der eigenen Kinder – weniger zählt, als die Vorstellung eines gottgewollten Lebens, in die sie qua kollektiver Zugehörigkeit gepresst werden sollen.

Für eine emanzipatorische Islamkritik!
Auch außerhalb islamischer Communities gibt es in Deutschland nach wie vor Ablehnung und Hass gegenüber LGBTI und wir finden es wichtig, zusammen dagegen zu kämpfen. Allerdings wollen wir heute auf dem CSD auf dieses Thema aufmerksam machen, weil es oftmals auf Grund einer falschen Rücksichtnahme auf kulturelle und religiöse Befindlichkeiten vernachlässigt wird.
Anstatt aber wie die RechtspopulistInnen lauthals nach Abschiebung zu schreien und dabei queere Menschen aus muslimischen Ländern als Kollateralschaden in den Tod zu schicken, geht es einer emanzipatorischen Islamkritik darum, ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung jenseits des kollektivistischen Zwangs der ‚umma‘ allen zu ermöglichen – ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung.
Sowohl der Antisemitismus als auch die Homophobie richten sich gegen dieses – freilich nur halb eingelöste – Glücksversprechen der bürgerlichen Gesellschaft. Dieses Versprechen gilt es zu verteidigen gegen seine Feinde, seien es nun Rechte oder IslamistInnen, wäre doch erst seine Verwirklichung die Voraussetzung für eine Gesellschaft, in der alle „ohne Angst verschieden sein“ (Adorno) können.

Wir rufen deshalb auf zur Solidarität mit denjenigen, die den geballten Hass der IslamistInnen sowie vieler konservativer Muslime weltweit auf sich ziehen: allen voran Jüdinnen und Juden, LGBTI und selbstbestimmte Frauen.

Solidarität mit Israel!
Solidarität mit LGBTI in islamischen Ländern und Communities!
Solidarität mit geflüchteten LGBTI – für eine unbedingte Anerkennung ihres Rechts auf Asyl!

[Abgesagt] Aufruf zur Kundgebung am 29.03.!

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Aktuelles Update: Absage der BDS Veranstaltung
Laut Website der BDS Oldenburg wurde die Veranstaltung für Freitag abgesagt, da der federführende BDS Aktivist offenbar nicht mehr kann und dies laut dortiger Aussage seiner „Familie schuldig“ sei. Die Veranstaltung finde jedoch zu einem späteren Zeitpunkt statt.
Wir haben diese Information auf anderem Wege überprüft und gehen davon aus, dass sie zutreffend ist, also am morgigen Freitag keine BDS Veranstaltung in städtischen Räumen stattfinden wird. Wir sagen daher unseren aktuellen Aufruf zu einer Gegenkundgebung ebenfalls ab, bedanken uns fürs Teilen und für euer Engagement und wünschen euch nun vorerst auch einmal eure wohlverdiente Ruhe von BDS. Sobald ein neuer Termin für die Veranstaltung bekannt wird, werden wir euch informieren und zu einer Gegenveranstaltung aufrufen.

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Eine Oldenburger Blamage: BDS wieder in städtischen Räumen – nicht mit uns!

In der Stadtratssitzung am vergangenen Montag fand der SPD-Antrag, mit dem es möglich gewesen wäre, die BDS Veranstaltungen im PFL zu verhindern, keine Mehrheit, es wurde stattdessen ein Änderungsantrag der CDU beschlossen. Dieser enthält nun weder eine Definition von Antisemitismus, noch die konkrete Benennung der BDS Kampagne als antisemitisch. Eine Untersagung der Nutzung städtischer Räumlichkeiten für die antisemitische Kampagne ist nun ebenfalls hinfällig bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Verwaltung eine diesbezügliche Satzung ausgearbeitet haben wird. Damit hat die Stadt es versäumt, eine zeitnahe, praktikable und rechtssichere Grundlage zu schaffen, um Antisemitismus aus ihren Räumen fernzuhalten. Zur Stadtratssitzung wurde auf Mena Watch bereits eine ausführliche und lesenswerte Einschätzung veröffentlicht[1], wir belassen es daher an dieser Stelle dabei, festzuhalten: Wir sind sehr irritiert über diese Entscheidung und halten das Ergebnis für unbefriedigend und inkonsequent.

Die direkten Folgen konnte man dann am Mittwoch betrachten: Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg urteilte, die Stadt müsse BDS für ihre geplante Veranstaltung mit Norman Peach Räumlichkeiten zur Verfügung stellen[2]. So fand diese kurzfristig und glücklicherweise ohne jedes öffentliche Interesse mit den immer gleichen paar Gästen in der EWE Arena statt. Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Hans Henning Adler, war ebenfalls zugegen[3]. Laut dem NWZ-Artikel zur Gerichtsentscheidung wird nun auch die Veranstaltung mit dem absurden und peinlichen Titel: „Menschenrechtsarbeit  in Oldenburg in Gefahr? – Wie gesellschaftliche Player in Oldenburg und anderswo durch Diffamierung und Raumentzüge versuchen die palästinensische Menschenrechtskampagne BDS zu behindern. Ein Rückblick mit Ausblick: Was lässt sich daraus für die lokale Arbeit und ziviles Engagement lernen?“ am Freitag in städtischen Räumen stattfinden.

Der beschlossene Antrag hat der konsequenten Bekämpfung von Antisemitismus somit einen Bärendienst erwiesen und dank der Stimmen von CDU, Grünen und anderen können nun in der selben Woche, in der der Beschluss gefällt wurde, zwei antisemitische Veranstaltungen in städtischen Räumen stattfinden. Wir finden es unerträglich, dass die Stadt nun weiterhin Antisemitinnen und Antisemiten eine Bühne bietet und es versäumt hat, eine rechtssichere Handhabe gegen diese zu schaffen. Deshalb werden wir gegen die Veranstaltung diesen Freitag vor dem PFL demonstrieren – Gegen BDS und gegen die inkonsequente Entscheidung von Teilen des Stadtrats, allen voran der CDU und der Grünen!

Nachdem wir bereits sehr viele Menschen sowohl zur Kundgebung letzte Woche als auch zur Stadtratssitzung mobilisieren konnten, bitten wir euch darum, ein weiteres Mal laut und deutlich zu zeigen, dass wir es für unzumutbar halten, die antisemitische BDS Kampagne  städtische Räumlichkeiten nutzen zu lassen. Wir wollen die Verwaltung dazu auffordern, so schnell wie möglich der im Beschluss vorhandenen Aufforderung nachzukommen, eine rechtssichere Satzung auszuarbeiten, die antisemitischen Gruppierungen das Nutzen städtischer Räumlichkeiten untersagt. Wir fordern endlich eine rechtssichere Lösung, die BDS, den umtriebigsten antisemitischen Akteur Oldenburgs, aus städtischen Räumen fernhält und so lange dies nicht passiert, werden wir uns immer wieder vor das PFL oder andere Räumlichkeiten stellen und deutlich machen, dass wir es nicht hinnehmen, dass dort Antisemitismus geäußert wird.
Da bisher noch nicht feststeht, ob die Veranstaltung im PFL stattfindet oder in einer anderen städtischen Räumlichkeit wie etwa der EWE-Arena, können wir noch keinen Ort für unseren Treffpunkt bekannt geben. Wir werden das schnellstmöglich nachholen. Eine Kundgebung wird in jedem Fall stattfinden, egal wo! Bitte haltet euch folgenden Termin frei:

Treffpunkt:
Freitag, 29.03.2019
18.30 Uhr
Ort: wird bekannt gegeben

Bitte teilen und weitersagen und für aktuelle Infos auf unsere Seite schauen.

 

 

Aufruf zur Stadtratssitzung

Zur Erinnerung: Diesen Montag wird in der Stadtratssitzung über eine Vorlage entschieden, die es antisemitischen Akteuren und speziell BDS unmöglich machen soll, städtische Räumlichkeiten zu bekommen.
Wie wir bereits bekannt gegeben haben, wollen wir dort zahlreich ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen und zeigen, dass ein solcher Beschluss notwendig und wichtig ist.
Wir wollen uns vor dem Mahnmal beim PFL sammeln, um gemeinsam zur Stadtratssitzung zu gehen, damit niemand alleine an der angekündigten BDS Kundgebung vorbei muss.

Treffpunkt:
Montag, 25.03. 17.45 Uhr
beim Mahnmal vor dem PFL

Bitte seid pünktlich und sagt es weiter!

BDS Veranstaltung in Pizzaria

Auf Grund der Ablehnung eines Eilantrags durch das Verwaltungsgericht konnte die für heute geplante Veranstaltung von BDS Oldenburg mit ua. Ronnie Barkan nicht im PFL stattfinden. Uns wurde heute früh die Information zugespielt, dass diese in einem Laden an der Gabelung Nardoster/Alexanderstraße stattfindet. Es handelt sich dabei um einen Supermarkt für orientalische Lebensmittel mit Pizzaria mit dem Namen ‚Life Bistro-Cafe‘ in der Heiligengeiststraße 18. In dieser, für eine solche Veranstaltung wohl wenig komfortablen Örtlichkeit versammelten sich zwischen 8 und 15 Menschen, die mit der BDS Kampagne sympathisieren, unter anderem war Ronnie Barkan anwesend.

Wir wollen euch dieses schöne Motiv mit genannter Pizzaria im Hintergrund nicht vorenthalten:

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Erfolgreiche Kundgebung gegen BDS am Freitagabend

Am Freitagabend stellten sich ca. 50 – 60 Personen der angekündigten „Demonstration“ der antisemitischen BDS Kampagne vor dem Oldenburger PFL entgegen. Da das Verwaltungsgericht den Eilantrag der Kampagne ablehnte, die dagegen vorgehen wollte, dass ihr die Stadt keine Räumlichkeiten für die Durchführung ihrer antisemitischen ‚Israel Apartheid Week‘ überließ, kündigte diese an, vor dem PFL zu protestieren.

Auf ihrer Website kündigte BDS ihre Kundgebung unter dem Titel „Buten und binnen – Palästinensische Leben zählen! Gegen die Verhinderungstaktiken der Stadtverwaltung. Für Menschenrechte für alle vom Fluss bis zum Meer.“ an. Bereits der Titel weist klar antisemitische Bezüge auf, spielt er doch auf die in diesen Kontexten beliebte Parole „From the river to the sea, Palestine will be free“ an. Diese richtet sich gegen das Existenzrecht Israels als Ganzes, da das gesamte Israelische Staatsgebiet Palästina zugesprochen wird und der jüdische Staat somit vernichtet werden muss. Diese Forderung ist ganz klar antisemitisch und BDS Oldenburg greift diese mit ihrer Anspielung recht eindeutig auf.

​In einer Rede des BDS Oldenburg wurde die Lüge verbreitet, das reichliche Polizeiaufgebot sei deshalb vorhanden, um BDS vor dem „Gewaltpotential“ der Gegendemonstranten zu schützen. Dies könnte nicht weiter entfernt von der Realität sein, da es zu keinem Zeitpunkt aus der friedlichen, bunten und lauten Gegendemonstration den Versuch gab, gewaltvoll gegen Teilnehmer der BDS Kundgebung vorzugehen. Ebenfalls wurde die antisemitische Aussage, in Israel herrsche Apartheid widerholt. Im Anschluss versuchte BDS Oldenburg, den geplanten Film ‚Roadmap to Apartheid‘ zu zeigen, was offenbar auf Grund technischer Probleme nicht sehr erfolgreich war, weshalb BDS bereits früher als geplant abzog. Also glücklicherweise alles andere als ein erfolgreicher Abend für BDS und die ca. 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Wir möchten uns auch noch einmal bei allen bedanken, die zur Gegenkundgebung gekommen sind und freuen uns, dass trotz der kurzfristigen Mobilisierung zahlreiche Menschen dem Aufruf gefolgt sind und vor der Stadtratssitzung am Montag eindrücklich und deutlich gezeigt haben, dass Antisemitismus in Oldenburg nicht widerstandslos hingenommen wird. Mit einem Redebeitrag haben wir nochmals auf den antisemitischen Charakter der ‚Israeli Apartheid Week‘ verwiesen und uns kritisch mit den von BDS geplanten Veranstaltungen auseinandergesetzt. Wir werden diesen in Kürze ebenfalls hier veröffentlichen. Wir freuen uns sehr, dass die Kundgebung ein Erfolg war und hoffen auf eine ähnlich starke Unterstützung bei der Stadtratssitzung am Montag.

BDS hat bereits angekündigt, zuvor erneut eine Kundgebung vor dem PFL abhalten zu wollen. Wir haben unsere Position zu BDS mehr als deutlich gemacht und wollen die Stadtratsmitglieder vor dieser wichtigen Sitzung nicht unnötig belästigen. Wir gehen davon aus, dass sich mit einem solchem beleidigten und peinlichen Verhalten BDS Oldenburg selbst schon genug schadet, daher rufen wir zu keiner Gegenkundgebung für Montag auf, sondern bleiben wie gehabt dabei, uns um 17.45 Uhr zu treffen. Wir wollen uns vor dem Mahnmal beim PFL sammeln, um gemeinsam zur Stadtratssitzung zu gehen, damit niemand alleine an der BDS Kundgebung vorbei muss.

Redebeitrag zur Kundgebung gegen BDS am 22.03. vor dem PFL

Dem antisemitischen Wahn die Bühne nehmen!
Redebeitrag zur ‚Israeli Apartheid Week‘ des BDS Oldenburg

vom Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Oldenburg

In Oldenburg gibt es diese Woche eine traurige Premiere: Zum ersten Mal bietet der hiesige BDS Ableger im Rahmen der antisemitischen ‚Israeli Apartheid Week‘ mehrere Veranstaltungen an, um dem jüdischen Staat eine Nähe zu Praktiken der sogenannten Rassentrennung in Südafrika anzudichten. Die ‚Israeli Apartheid Week‘ findet seit 2005 jedes Jahr im Februar oder März statt und kann als eine globale Aktionswoche für die Unterstützung von BDS bezeichnet werden.

Dass es sich bei dem Vorwurf, Israel sei ein Apartheidsregime, um ein antisemitisches Zerrbild handelt, wird allein schon dadurch deutlich, dass „im Gegensatz zu den Schwarzen während der Apartheid die AraberInnen in Israel wählen können, ihre eigenen RepräsentantInnen und InteressenvertrerInnen in politischen Debatten haben. 2015 gewann die von PalästinenserInnen dominierte Vereinte Liste 13 Sitze in der Knesset und war somit drittstärkste Kraft im Land. Diese Partei ist dafür bekannt, eine der schärfsten KritikerInnen der israelischen Regierung zu sein. Die israelische Politik lässt also Opposition und Kritik zu, ohne mit Verboten oder Gefängnis zu drohen.“[1] Auch in den besetzten palästinensischen Gebieten herrscht alles andere als Apartheid: Aus sicherheitspolitischen Gründen kann dort zwar eine ungleiche Behandlung erfolgen, für eine solche sind jedoch nicht die Merkmale wie Hautfarbe, Herkunft oder Religion ausschlaggebend, sondern die Staatsbürgerschaft, so dass Israelis keinen Einschränkungen unterliegen. Eine Diskriminierung anhand unveränderlicher, rassistisch definierter Merkmale würde jedoch erst Apartheid charakterisieren, diese findet weder in Israel statt, noch verantwortet Israel eine solche in den palästinensischen Gebieten.[2]
Hier handelt es sich um einige Beispiele von vielen, was verdeutlicht, dass die ‚Israeli Apartheid Week‘ auf antisemitischen Lügen fußt und nebenbei die historischen Fakten der tatsächlichen institutionalisierten Verbrechen der südafrikanischen Apartheid relativiert.
Die ‚Israeli Apartheid Week‘ wird dabei nicht nur von fraglichen Akteuren unterstützt, sondern sorgt auch für ein hasserfülltes Klima, da sich in der Vergangenheit in diesem Kontext bereits antisemitische Angriffe und Straftaten ereigneten. So kam es 2016 am Rande einer Filmvorführung des anti-israelischen Filmes ‚Even Though My Land is Burning‘, welche die Gruppe ‚BDS-Berlin‘ zusammen mit der Gruppe  ‚F.O.R. Palestine‘ organisierte, zu antisemitischen Äußerungen, Bedrohungen und Beschimpfungen: Es wurden Hitlergrüße gezeigt und eine Teilnehmerin der Gegenkundgebung ‚BDS stoppen, bedingungslose Solidarität mit Israel‘ wurde als „Zionisten-Fotze“ beschimpft. Ihr wurde auch angedroht, dass man sie nach Hause verfolge, wo man sie dann „kriegen würde“[3].

Als Auftaktveranstaltung zeigt BDS Oldenburg am 22.03. den Film ‚Roadmap to Apartheid‘ von Ana Nogueira und Eron Davidson. Israel wird darin als europäisches Kolonialprojekt diffamiert, das wie das Apartheidsregime von Südafrika agieren würde. Der Trailer verdeutlicht bereits die Argumentationsstruktur der Dokumentation: Filmmaterial aus der Zeit der sogenannten Rassentrennung Südafrikas wird mit Aufzeichnungen von Auseinandersetzungen im Nahen Osten zusammengeführt und beides fälschlicherweise gleichgesetzt. Die Erzählerstimme übernimmt übrigens Alice Walker: Die Autorin des Bestsellers ‚Die Farbe Lila‘ von 1983 weigert sich, ihr Werk ins Hebräische übersetzen zu lassen[4], unterstützt BDS und nennt den rechten Verschwörungsideologen David Icke ihren Lieblingsautoren.[5]

Am Sonntag, 24.03., wird ein sechsstündiger Propaganda-Workshop über BDS und deren Perspektive auf den Nahostkonflikt  angeboten. Als Seminarleiter angekündigt sind neben einem dubiosen Überraschungsgast auch ein Oldenburger BDS-Aktivist und der Berliner BDSler Ronnie Barkan: Dieser störte beispielsweise 2017 mit zwei weiteren BDS-Unterstützern in Berlin massiv die Veranstaltung ‚Life in Israel‘ mit der Shoah-Überlebenden Deborah Weinstein durch Zwischenrufe und widersetzte sich des Hausrechts. Einer seiner Mitstreiter soll die Veranstalter sogar gewaltsam angegangen haben. Die darauffolgende Gerichtsverhandlung wegen Hausfriedensbruchs und versuchter Körperverletzung ließ Barkan mithilfe anderer platzen, da versucht wurde, den Fokus von den zu verhandelnden Taten der Beschuldigten auf die Dämonisierung Israels zu verschieben. Die Richterin vertagte sodann den Prozess.[6]

Norman Paech wird am 27.03. einen Vortrag mit dem Titel ‚Apartheid, Siedlerkolonialismus und Meinungsfreiheit‘ halten. Das ehemalige Mitglied des Bundestages der Linkspartei schreibt in einem Text von 2018 für den KenFM-nahen Blog Rubikon.News, dass es zum 70. Geburtstag Israels kaum Grund zu feiern gebe und argumentiert dies mit dem Nakba-Mythos[7] sowie dem Vorwurf der Apartheid. Besonders eindringlich wirkt die Betonung Paechs, dass aufgrund des Apartheidsstatus‘ auch der militärische Kampf gegen Israel legitim sei.[8]
Es ist also nicht verwunderlich, dass so jemand seinen wahnhaften Feldzug gegen Jüdinnen und Juden an Bord der Gaza-Flotille 2010[9] auch in die Praxis umsetzte. Organisiert wurde diese Flotte von der türkischen IHH, einer „radikale[n] islamistische[n] Gruppe im Gewand einer humanitären Organisation“[10]. Hierbei kam es zu antisemitischen Aussagen gegenüber der israelischen Küstenwache und ihrer SoldatInnen wie beispielsweise „Geht zurück nach Auschwitz“[11] und Sprechchören, die sich positiv auf das Niedermetzeln von Jüdinnen und Juden bezogen[12] sowie gewalttätigen Angriffen auf israelische SoldatInnen. Dass es den OrganisatorInnen der Flottille nicht um das Überbringen der Hilfsgüter ging, sondern um eine Provokation Israels, ist ziemlich offensichtlich; auf das israelische Angebot, die Hilfsgüter an einem israelischen Hafen zu entladen, von wo aus sie nach Gaza gebracht werden hätten können, wurde nicht eingegangen.[13] So kam es letztlich wenig überraschend nach gewalttätigen Angriffen von Seiten der Flotille zu einem Einsatz israelischer Sicherheitskräfte, der mehreren Menschen das Leben kostete.[14] Mit seiner Teilnahme an der Gaza-Flotille und der Hinnahme der offen vernichtungsantisemitischen Weltsicht der beteiligten Personen und Akteure trägt Norman Peach aktiv zur Propagierung und Umsetzung des antisemitischen Wahns, der zielsicher auf die Auslöschung von Jüdinnen und Juden hinausläuft, bei.

Die vierte Veranstaltung wird voraussichtlich ausfallen: Der Vortrag von Christoph Glanz mit dem ewig langen und absurden Titel „Menschenrechtsarbeit in Oldenburg in Gefahr – wie gesellschaftliche Player in Oldenburg und anderswo durch Diffamierung und Raumentzüge versuchen (sic!) die palästinensische Menschenrechtskampagne BDS zu behindern. Ein Rückblick mit Ausblick: Was lässt sich daraus für die lokale Arbeit und ziviles Engagement lernen?“ ist für den 29.03. angesetzt, aber muss laut Veranstaltungstext verschoben werden. Wir halten euch diesbezüglich auf dem Laufenden und kündigen bereits jetzt an, eine solche Veranstaltung ganz bestimmt nicht widerstandslos hinzunehmen, egal, wo und wann sie stattfinden wird.

Als erster Erfolg lässt sich bereits jetzt festhalten, dass die heutige Veranstaltung nicht, wie ursprünglich von BDS geplant, im PFL stattfinden kann. Somit werden antisemitische Positionen zumindest nicht auch noch aufgewertet, indem sie in prestigeträchtigen städtischen Räumen eine Bühne bekommen. Damit ist bereits ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit gesendet, nämlich  dass Antisemitismus niemals eine legitime Meinung in der öffentlichen Diskussion darstellen kann. Nicht zuletzt hat unser konsequentes und ausdauerndes Vorgehen gegen jegliche Veranstaltungen der BDS-Kampagne auch eine größere Aufmerksamkeit und Sensibilisierung für das Thema geschaffen.
Deshalb ist es jetzt wichtig, weiterzumachen: Indem wir dafür sorgen, dass niemand mehr irgendwelche Örtlichkeiten für antisemitische Veranstaltungen zur Verfügung stellt und indem wir uns dafür einsetzen, dass die begrüßenswerte Politik der Verwaltung gegenüber BDS endlich vollends rechtssicher formalisiert wird durch einen Beschluss des Stadtrats gegen die Unterstützung der BDS-Kampagne durch die Überlassung städtischer Räume.

Deshalb demonstrieren wir nicht nur heute gegen die BDS-Veranstaltung, sondern wollen auch am kommenden Montag, den 25.03. bei der öffentlichen Stadtratssitzung, in welcher ein Beschluss zur Thematik gefällt wird, Präsenz zeigen. Lasst uns den Stadtratsmitgliedern durch unsere Anwesenheit mit Fahnen und Transparenten deutlich machen, dass wir einen solchen Beschluss für unumgänglich halten. Die Stadtratssitzung beginnt um 18.00 Uhr, wir treffen uns eine viertel Stunde früher vor dem PFL, um geschlossen in den Sitzungssaal zu gehen. Sagt euren Freundinnen und Freunden Bescheid und kommt zahlreich!

[1] https://www.iz3w.org/zeitschrift/ausgaben/359_rechtspopulismus/apartheid

[2] Johnson, Allen (2014): The Apartheid Smear – Israel is not an apartheid state. The allegation damages the peace process, London, Seite 42, Online: http://static.bicom.org.uk/wp-content/uploads/2014/02/BICOM_Apartheid-Smear_FINAL.pdf.

[3] https://www.berliner-register.de/vorfall/friedrichshain-kreuzberg/antisemitische-bedrohungen-bei- veranstaltung-zur-israel-apartheid?fbclid=IwAR2GFaeVziB6hZMXM0N_rqIhp8ZH6qSmeLeNtyNWDffcDW5Nwyprv64nZkE

[4] https://www.haaretz.com/hblocked?returnTo=https%3A%2F%2Fwww.haaretz.com%2F.premium-author-of-the-color-purple-refuses-to-authorize-hebrew-version-because-israel-is-guilty-of-apartheid-1.5181125

[5]  http://www.bbc.co.uk/radio4/features/desert-island-discs/castaway/49a99856#b01shstm/

[6] https://jfda.de/blog/2019/03/11/bds-prozess-geplatzt/ Barkan

[7] http://www.dig-stuttgart.net/wp-content/uploads/2008/03/nakba_web_end.pdf

[8] https://www.rubikon.news/artikel/das-verdrangte-unrecht Paech

[9] http://www.taz.de/!5139882/ Gazaflotille

[10] Zitat übersetzt aus diesem Artikel:  http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/israel/7790919/Gaza-flotilla-the-Free-Gaza-Movement-and-the-IHH.html vgl. ebenfalls: http://de.wikipedia.org/wiki/Ship-to-Gaza-Zwischenfall#Planung_und_Organisation

[11] http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/idf-video-shows-flotilla-passengers-tell-israel-navy-to-go-back-to-auschwitz-1.294249

[12] „Erinnert Euch an Khaibar, Khaibar, oh Juden! Die Armee Mohammeds wird zurückkehren!” vgl. Salzborn/Voigt: Antisemiten als Koalitionspartner? In: Zeitschrift für Politik 3/211. http://www.salzborn.de/txt/2011_zfp.pdf

[13] ebd.

[14] ebd.</div>

Kundgebung: Gegen die antisemitische „Israeli Apartheid Week“ – egal ob im PFL oder anderswo!

AKTUELLES:

Update 22.02. – 13:00 Uhr
Aktueller Aufruf zur Gegenkundgebung heute Abend:
Da heute morgen bekannt gegeben wurde, dass BDS Oldenburg die Nutzung des PFL für die ‚Israel Apartheid Week‘ gerichtlich untersagt wurde, ruft die Gruppe nun zu einer Demonstration vor dem PFL auf.
Wir werden diese antisemitische Mobilisierung auf gar keinen Fall hinnehmen! BDS darf weder im, noch vor dem PFL eine Bühne für die Verbreitung ihrer antisemitischen Ressentiments bekommen. Deshalb rufen wir ebenfalls vor dem PFL heute Abend zu einer Gegenkundgebung auf. Wir treffen uns daher bereits eine halbe Stunde früher, als ursprünglich geplant!

Treffpunkt:
18.00 Uhr
vor dem Kulturzentrum PFL


Update 22.02. – 9:00 Uhr
Laut NWZ unterlag BDS Oldenburg in ihrem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg. Glanz wollte gerichtlich die Überlassung von Räumen im PFL für vier Veranstaltungen der ‚Israeli Apartheid Week‘ erreichen. Diese kann nach der Entscheidung des Gerichts nun definitiv nicht im PFL stattfinden!
Wir warten nun ab, ob ein neuer Ort bekannt gegeben wird und halten euch in diesem Beitrag darüber auf dem Laufenden!

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AUFRUF:

Für Ende März kündigte der hiesige BDS Ableger im Rahmen der antisemitischen „Israeli Apartheid Week“ mehrere Veranstaltungen an, um dem jüdischen Staat eine Nähe zu Praktiken der sogenannten Rassentrennung in Südafrika anzudichten. Die „Israeli Apartheid Week“ findet seit 2005 jedes Jahr im Februar und/oder März statt und kann als eine globale Aktionswoche für die Unterstützung von BDS bezeichnet werden. 

Dass es sich bei dem Vorwurf, Israel sei ein Apartheidsregime, um ein antisemitisches Zerrbild handelt, wird allein schon dadurch deutlich, dass im Gegensatz zur schwarzen Bevölkerung Südafrikas während der Apartheid die AraberInnen in Israel wählen können, ihre eigenen RepräsentantInnen und InteressenvertrerInnen in politischen Debatten haben und ihnen auch sonst alle Grundrechte eines demokratischen Staates zustehen – unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe oder Religion.

Es ist daher offensichtlich, dass die „Israeli Apartheid Week“ auf antisemitischen Lügen fußt und nebenbei die historischen Fakten der tatsächlichen institutionalisierten Verbrechen der südafrikanischen Apartheid relativiert.

 Als Auftaktveranstaltung zeigt BDS Oldenburg diesen Freitag, 22.03., den Film „Roadmap to Apartheid“. Israel wird darin als europäisches Kolonialprojekt diffamiert, das wie das Apartheidsregime von Südafrika agieren würde. Die weiteren drei angekündigten Veranstaltungen lassen schon auf Grund der Gäste, u.a. Ronnie Barkan und Norman Peach, ähnlich antisemitische Inhalte erwarten.

Da auf der Website von BDS auffällig darauf hingewiesen wird, man solle regelmäßig für aktuelle Informationen über Änderungen bezüglich der Veranstaltungen auf die Seite schauen, schließen wir daraus, dass es alles andere als ausgemacht ist, dass die angekündigten Veranstaltungen tatsächlich im PFL stattfinden werden.

Wir gehen aber davon aus, dass BDS die Veranstaltung durchführen wird, daher rufen wir euch dazu auf, am Freitag, dem 22.03. in jedem Fall mit Fahnen und Transparenten Präsenz zu zeigen gegen die BDS Veranstaltung –  egal wo sie dann letztendlich stattfindet.

Der Treffpunkt ist:
22.03. 18:30 Uhr
Julius-Mosen-Platz vor dem Woyton

Falls es irgendwelche Änderungen gibt, informieren wir euch auf unserer Facebookseite und hier.