Dokumentation antisemitischer Aufkleber um den 9. November in Oldenburg

In Oldenburg wurden an mehreren Orten antisemitische Sticker aus dem neonazistischen Umfeld verklebt. Die Aufkleber stammen aus dem Onlineshop eines aktiven Neonazis.
Gesichtet (und selbstverständlich entfernt) wurden beispielsweise in der Nähe der St. Stephanus-Kirche in Bloherfelde und des SPD-Parteibüros. Wir vermuten, dass diese Orte keineswegs zufällig, sondern gezielt ausgesucht wurden. In der perfiden Auswahl dieser Orte kommt eine Form des Antisemitismus zum Ausdruck, die ihren Hass auf Jüdinnen und Juden nicht trotz, sondern wegen der Shoa zum Ausdruck bringt und mit deutscher Schuldabwehr und Israelhass einhergeht: In der St. Stephanus-Kirche wird seit vorigem Sonntag im Rahmen von Veranstaltungen rund um die Pogrome vom 9. und 10. November 1938 der Holocaust-Zyklus von Tisa von Schulenburg gezeigt und mit einem Konzert, Vortrag und einer Filmvorführung ergänzt.
Das Verkleben solcher Sticker in der Nähe dieser Veranstaltungen ist als Ausprägung jenes deutschen Schuldabwehr-Antisemitismus zu verstehen, der die Shoa beispielsweise leugnet oder die obskure Behauptung aufstellt, Israel würde Profit aus ihr ziehen. Der programmatische Charakter dieser antisemitischen Propaganda fällt in der Woche vor dem 9./10. November insbesondere ins Gewicht.
Die Oldenburger SPD wiederum hat sich in der jüngsten Vergangenheit deutlich gegen die antisemitische und antidemokratische BDS-Bewegung positioniert und rückt somit in das Feindbild von Antizionisten jeglicher Couleur. Dass in der Peterstraße neben einem der genannten Sticker ein älterer BDS Sticker gefunden wurde, ohne dass dieser überklebt oder entfernt worden wäre, zeigt ebenfalls, wie gut die antisemitischen Botschaften von BDS und Neonazis zusammenpassen.

Die Meldestelle RIAS ruft dazu auf, antisemitische Vorfälle, die sich leider um den 9. November herum häufen, zu melden. Vorfälle können einfach und vertraulich unter https://www.report-antisemitism.de/ gemeldet werden. Bei weiteren Sichtungen von Aufklebern oder anderen antisemitischen Vorkommnissen innerhalb Oldenburgs können diese gerne zusätzlich uns zugesendet werden.

Foto: https://www.facebook.com/BundesverbandRIAS/

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